Plastic Free July

Plastik & der Plastic Free July

Durch den Instagram-Account von der lieben Lou bin ich auf den Plastic Free July aufmerksam geworden. Ich weiß, ich bin etwas spät dran, aber ich hatte keine Ahnung, dass es den Plastic Free July gibt, dennoch möchte ich mich gerne in diesem Monat mit dem Thema Plastik noch etwas genauer beschäftigen.

Was ist denn der Plastic Free July überhaupt und woher kommt die Idee?

2011 wurde die Kampagne Plastic Free July erstmalig von der mittlerweile gleichnamigen  Initiative ins Leben gerufen, um die Menschen dazu aufzufordern sich mit dem Thema Plastik und den damit einhergehenden Folgen auseinanderzusetzen. Mit dem plastikfreien Juli, wollte die Initiative die Menschen dazu anregen ihren (Einweg-)Plastikmüll stark zu verringern, sodass sie daraus die Kampagne Plastic Free July ins Leben riefen. Spielerisch forderten Sie die Leute dazu auf an der Challenge Plastic Free July teilzunehmen. Mittlerweile ist die Kampagne eine der erfolgreichsten Umweltkampagnen auf der Welt. Mehr Informationen zu der Foundation, ihrer Arbeit, ihren Partnern und Tipps für ein plastikfreieres Leben findet ihr auch auf der Webseite plasticfreejuly.org

Plastik – jeder kennt es, jeder benutzt es, aber woraus besteht Plastik eigentlich?

Der Prozess wie Kunststoff hergestellt wird ist gar nicht so einfach zu verstehen, deshalb habe ich mal versucht es möglichst verständlich zu erklären. 

Plastik ist ein umgangssprachliches Wort für Kunststoff. Kunstoff wird hauptsächlich aus dem fossilen Brennstoff Erdöl hergestellt. Um Kunststoff herstellen zu können, muss das Erdöl durch Destillation in seine Bestandteile zerlegt werden. Eines dieser Bestandteile ist das Rohbenzin (Naphta). Dieses wird im Anschluss noch weiter aufgebrochen bis man die sogennanten Ethyle (Kohlenwasserstoff-Verbindungen) erhält. Diese Monomere werden dann während der Synthese zu einem sogenannten Polymer verbunden. Es gibt drei unterschiedliche Arten der Synthese aus denen unterschiedliche Kunststoffarten entstehen. Was wir umgangssprachlich unter Plastik zusammenfassen, sind drei verschieden Kunststoffarten:

  • Plastomere/Thermoplaste: Dies ist eine Kunststoffart dessen Form durch Hitze verändert werden kann. Zu den bekanntesten Plastomeren zählen Polyamid (PA), Polyethylen (PE), Polyvenychlorid (PVC). Polyethylen findet man zum Beispiel in Plastikbeuteln, Frischhaltefolien, Putzmittelflaschen etc.
  • Duroplaste: Dieser Werkstoff ist statisch fest und lässt sich nach einmaligem erhitzen nicht nochmals formen. Er ist  daher sehr hitzebeständig und häufig in Steckdosen und an Topfgriffen zu finden.
  • Elastomere: Diese Kunststoffart ist sehr elastisch, gummiartig und dehnbar. Die bekanntesten Elastomere sind Silikone, Nylon und Polyester, welche z.B. in Kleidung, Kosmetik, Handschuhen und Gummibändern zu finden sind.

Falls ihr es genauer nachlesen möchtet kann ich euch die Artikel „Herstellung von Plastik: So wird Kunststoff hergestellt“ und „Woraus besteht Plastik-Zusammensetzung des Materials“ sehr empfehlen.

Warum ist Plastik schlecht für die Umwelt?

  • (Einweg-)Plastik wird häufig nur wenige Minuten lang benutzt und um es herzustellen werden fossile, nicht nachwachsende Rohstoffe benötigt. Zudem werden besonders Einwegverpackungen von einigen Menschen einfach achtlos in die Umwelt geworfen.
  • Plastikmüll ist schwer recyclebar 
    • In vielen Ländern wird Plastikmüll in Landminen gefüllt und zugeschüttet. Da Plastik jedoch nicht zerrottet, sondern nur in kleine Bestandteile zerfällt, gelangen die Plastikpartikel durch das hindurchsickernde Regenwasser in unser Grundwasser. Somit gelangt das Mikroplastik auch in unsere Meere und schließlich durch das verspeisen von Meerestieren auch in unsere Nahrungskette. Von den Tieren die jährlich an dem Verspeisen von Plastik sterben mal abgesehen!
    • 2017 wurden bei uns in Deutschland laut Umwelt Bundesamt 46% aller Kunststoffabfälle werkstofflich und 1% rohstofflich verwertet, während 53% der Plastikabfälle energetisch verwertet (= verbrannt) wurden. Hier könnt ihr den kompletten Bericht nochmal nachlesen.
    • Plastik ist leider nur schwer recyclebar aufgrund von schlechter Mülltrennung und der unterschiedlichen Zusammensetzung der Kunststoffe. Jedoch ist das Verbrennen von Plastik sehr bedenklich für unsere Umwelt, da durch die Verbrennung Schadstoffe freigesetzt werden, wie z.B. das Treibhausgas Kohlendioxid, welches mit verantwortlich ist für die Klimaerwärmung. Auch das Atemgift Kohlenmonoxid und sogenannte Aromate, von welchen eine krebserregende Wirkung ausgeht, werden bei der Verbrennung von Plastik freigesetzt.

Wo fange ich bloß an?

Das Thema Nachhaltigkeit und Zero Waste überfordert einen schnell, da man von einer Unmenge an Informationen überrollt wird. Mein allerbester Rat ist daher: Macht kleine Schritte und versucht nicht alles gleich perfekt zu machen, denn das frustriert einen nur. Ich kenne das und habe deshalb auch schon einige Blogbeiträge verfasst, die euch den Einstieg in ein plastikfreieres Leben erleichtern könnten. Ich würde mich also freuen, wenn ihr Mal vorbeischaut:

Des weiteren findet ihr hier auf meinem Blog auch einige Rezeptideen und Inspirationen für DIYs, denn das Selbermachen von Dingen spart ebenfalls extrem viel Plastikmüll.

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