Mikroplastik

Was ist Mikroplastik?

Im letzten Blogpost habe ich euch die Fragen „Woraus besteht Plastik eigentlich?“, „Wie wird es hergestellt?“ und „Warum ist Plastik schlecht für die Umwelt?“ beantwortet. Wer sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und der Umwelt auseinandersetzt, stößt aber auch öfter mal auf den Begriff Mikroplastik. Aber was ist das eigentlich so genau und worin kommt es vor? Diese Fragen möchte ich euch in diesem Beitrag beantworten.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden Plastikteilchen bezeichnet, die kleiner als 5 mm sind. Allerdings gibt es zwei unterschiedliche Arten von Mikroplastik:

  • Primäres Mikroplastik:
    Unter primäres Mikroplastik fallen z.B. Plastikpellets, die man für die Herstellung von Plastikprodukten wie z.B. Plastikflaschen, -Deckel und Verpackungsmaterial benötigt, oder Granulate, die häufig als Weichmacher in Kosmetik- und Hygieneartikeln vorkommen.
  • Sekundäres Mikroplastik:
    Diese Art von Plastik entsteht durch die Verwitterung und Fragmentierung von Markoplastikteilen in der Umwelt.

Was sind die größten Quellen für Mikroplastik in unserer Umwelt?

Das Fraunhofer Institut hat die Konsortialstudie „Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik“ im Juni 2018 durchgeführt. Laut dieser Studie sind dies die Top 10 Quellen für primäres Mikroplastik in unserer Umwelt:

  1. Abrieb von Reifen
  2. Emissionen bei der Abfallentsorgung
  3. Abrieb von Polymeren und Bitumen in Asphalt
  4. Pelletverluste
  5. Verwehungen von Sport- und Spielplätzen
  6. Freisetzungen auf Baustellen
  7. Abrieb von Schuhsohlen
  8. Abrieb von Kunststoffverpackungen
  9. Abrieb von Fahrbahnmakierungen
  10. Faserabrieb bei der Textilwäsche

Wie gelangt das Mikroplastik in unsere Umwelt?

Neben den bereits zum Teil oben genannten Quellen kommt primäres Mikroplastik in Privathaushalten meistens in Kosmetik-, Hygiene-, Reinigungsmitteln und in Kleidungsstücken vor und gelangt über unser Abwasser in die Umwelt. Da unsere Kläranlagen es nicht schaffen kleinste Partikel herauszufiltern, gelangen diese dann in die Meere. Die größeren Mikroplastikteilchen können zwar herausgefiltert werden, aber dadurch, dass der Klärschlamm häufig auch als Dünger genutzt wird, landen diese dann schließlich auf den Feldern und sickern irgendwann mit dem Regen ins Grundwasser.

Sekundäres Mikroplastik hingegen gelangt meistens durch das achtlose Wegwerfen von Verpackungsmaterial in unsere Umwelt. Dieses Makroplastik verwittert dann über etliche Jahre bis nur noch winzig kleine Partikel überbleiben und sickern schließlich ebenfalls ins Grundwasser.

Wie können wir Mikroplastik im Alltag vermeiden oder umgehen?

  • Einwegplastik meiden:
    Versucht so oft wie möglich Einwegprodukte zu vermeiden. Um diese zu umgehen, könnt ihr eure eigenen To-Go Becher, Flaschen, Beutel, Dosen etc. mit euren eigenen Dingen mitbringen oder sie aber auch unterwegs befüllen lassen. Falls ihr es aber nicht umgehen könnt, solltet ihr euren Plastikmüll auf alle Fälle ordnungsgemäß entsorgen und nicht achtlos wegwerfen, da dieser sonst irgendwann als sekundäres Mikroplastik in unseren Meeren landet.
  • Plastikfreie Kosmetik-, Hygiene und Reinigungsprodukte kaufen:
    Prüft vor dem Kauf ob die Kosmetik-, Hygiene- und Reinigungsartikel frei von Mikroplastik sind. Jetzt fragt ihr euch sicher, woran man erkennt in welchen Produkten Mikroplastik enthalten ist. Das habe ich mich auch oft gefragt, denn diese alle namentlich zu kennen ist gar nicht so einfach. Deshalb kann ich euch nur vom Herzen die App Codecheck empfehlen, denn diese zeigt euch unter anderem an, ob ein Produkt Mikroplastik enthält oder nicht. Ihr könnt natürlich auch eure Kosmetik oder Reinigungsmittel selber herstellen, wenn ihr Lust und Zeit habt.
  • Kleidungsstücke aus Kunstfasern in einem Guppyfriend waschen:
    Durch das Waschen von Kleidungsstücken gelangen laut Umweltbundesamt pro Waschgang rund 2.000 Kunstfasern aus synthetischen Kleidungsstücken in unsere Meere. Damit aus euren Kleidungsstücken keine Kunstfasern ins Abwasser gelangen, könnt ihr ganz einfach einen Guppyfriend verwenden. Das ist ein Wäschesack, der verhindert, dass Polyester, Polyacryl oder andere Kunstfasern aus euren Sportklamotten, Fleecejacken etc. in der Umwelt landen.

Warum ist Mikroplastik schlecht?

Das Plastik sich nicht zersetzt und nur schwer recyclebar ist, habe ich euch bereits in dem Post Plastik & der Plastic Free July erzählt.

Zudem wirkt laut Bund die Oberfläche von Kunststoff auf Giftstoffe wie ein Magnet. Dieses Mikroplastikteile werden dann von den Meeresbewohnern durch die Nahrung aufgenommen. Mikroplastik wurde bereits in den unterschiedlichsten Meereslebewesen, wie Fischen und Muscheln nachgewiesen, aber auch in Seevögeln. Studien verweisen darauf, dass die Tiere durch das Mikroplastik in der Nahrungsaufnahme Gewebeveränderungen bzw. Entzündungsreaktionen und toxikologische Auswirkungen, bis hin zu inneren Verletzungen und Todesfällen erleiden können.

Auch wir Menschen nehmen mit unserer Nahrung Mikroplastik auf. Zu den Auswirkungen auf den menschlichen Körper gibt es jedoch noch keine konkreten Studien.

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