Dieses Ding mit der Nachhaltigkeit…

Fridays for Future, Klimakatastrophen, weltweite Streiks und Zusammenschlüsse von tausenden Wissenschaftlern, um den Klimanotstand zu unterstreichen – ich glaube, in Zeiten wie diesen ist jedem von uns die Dringlichkeit ökologischer Nachhaltigkeit bewusst.

Aber seien wir ehrlich: Das Thema Nachhaltigkeit ist so unfassbar komplex, dass man gar nicht weiß, wo man ansetzen soll.  Als ich begonnen habe, mich mit der Thematik auseinanderzusetzen, fühlte ich mich von der Informationsflut völlig überfordert. Das war vor knapp einem Jahr. Bestimmt kennt ihr das Gefühl auch!

Bis dahin dachte ich eigentlich immer, ich wäre schon relativ nachhaltig unterwegs, da ich schon längere Zeit versuche Produkte regional einzukaufen, Plastiktüten im Supermarkt zu vermeiden und mir nicht mehr Kleidungsstücke anzuschaffen als in zwei Koffer passen… Aber das war weit gefehlt! Denn nach stundenlanger Recherche wurde mir eines ganz schnell klar:

Ich mache vieles falsch und nur wenig richtig!

Diese Erkenntnis hört sich hart an und das war sie auch. Denn je mehr ich mich mit der Thematik beschäftigte, desto mehr stellte ich fest wie viel eigentlich dahinter steckt – und dass ich weit mehr machen sollte, also nur zu versuchen regional zu kaufen und auf Plastiktüten im Supermarkt zu verzichten. Denn man kann nicht nur nachhaltige Lebensmittel kaufen, sondern man kann auch nachhaltig reisen, wohnen, Klamotten shoppen und, und, und…..

Alles auf einmal kann man natürlich nicht sofort ändern und das ist vermutlich auch jedem von uns klar. Aber wir sollten versuchen, unser Kauf- und Konsumverhalten auf Dauer bewusster zu steuern. Glaubt mir, das ist schon eine Herausforderung für sich. Aber einen nachhaltigen Lebensstil zu führen, ist ein Prozess, der Zeit braucht und kein Projekt, dass man von heute auf morgen zu 100 % umsetzen kann.

The five Rs of Sustainability

Ein gutes Leitbild für einen nachhaltigen Lebensstil geben die 5 Rs der Nachhaltigkeit: Sie stehen für die englischen Begriffe refuse, reduce, reuse, recycle und rot. Oft wird diese Pyramide noch mit einem sechsten R ergänzt, nämlich mit dem Wort “rethink“. Aber was bedeutet das nun?

5 Rs of Sustainability
5 Rs of Sustainability
  • Rethink (überdenken):
    Beginne umzudenken und dein Kauf- und Konsumverhalten erstmal zu hinterfragen. Es ist ganz normal, wenn ihr hier erstmal ein schlechtes Gewissen bekommt. Das hatte ich auch, denn als ich angefangen habe, mich mit dem Thema zu beschäftigen, war z. B. von meiner Kleidung nahezu gar nichts nachhaltig produziert, sondern eher aus dem Fast-Fashion-Sektor. Nehmt die Erkenntnisse, die ihr in dieser Phase gewinnt, erstmal so hin, denn ihr könnt Vergangenes nicht ändern – darum geht es auch nicht. Es geht darum, euer Verhalten beim nächsten Mal zu verbessern.

  • Refuse (ablehnen):
    Vermeide es Dinge zu kaufen, die du nicht brauchst. Stelle dir beim Kauf immer die Frage:  Brauche ich das wirklich? Das ist gar nicht immer so einfach. Gerade Impulskäufe könnte man häufig vermeiden. Ich tappe auch immer wieder in die Falle und kaufe mir immer noch Dinge, die ich gar nicht brauche.

  • Reduce (reduzieren):
    Reduziert die Dinge, die ihr wirklich braucht. Oft brauchen wir viel weniger als wir denken. Deshalb miste ich auch mindestens einmal im Jahr meine Räume aus. Ich bin zwar noch weit von einem minimalistischen Leben entfernt, aber ich habe im letzten Jahr eine interessante Feststellung gemacht: Je weniger ich besitze, desto freier fühle ich mich.

  • Reuse (wiederverwenden oder reparieren):
    Verwende alles wieder, sofern möglich. Hier ist ein bisschen Kreativität gefragt. Manche Dinge kann man flicken, andere mit ein bisschen Bastelei nochmal aufwerten oder auch einfach zweckentfremden.

  • Recycle:
    Recycelt die Dinge, die ihr nicht vermeiden, reduzieren oder wiederverwenden könnt.

  • Rot (kompostieren):
    Kompostiert Sachen wie z .B. Küchenabfälle.

Diese sechs Punkte oder Richtlinien helfen mir, mein Handeln und meinen Lebensstil nachhaltiger zu gestalten. Klar funktioniert das bei mir auch nicht immer alles und ich bin noch weit von einem wirklich nachhaltigen Lebensstil entfernt. Aber ich bin immerhin auf dem Weg dahin – und die 5 Rs bieten mir auf diesem Weg eine nützliche Orientierung.

Nimm dir Zeit und beginne in einem Bereich

Was ich mich immer wieder zu Beginn fragte ist: Wie setze ich diesen Lebensstill nun wirklich um, sodass dies leicht umzusetzen ist, im Idealfall sogar Spaß macht und ich mich nicht direkt überfordert fühle? 

Als ich begonnen habe, dem Thema Nachhaltigkeit und Less Waste in meinem Leben mehr und mehr Platz einzuräumen, hat es mir sehr geholfen mich erstmal auf einen Bereich zu konzentrieren, in dem es mir relativ leicht viel Dinge zu reduzieren und nachhaltig bzw. relativ verpackungsfrei zu kaufen. Ich persönlich habe beispielsweise im Bad begonnen. Hier fiel es mir sehr leicht viele Dinge zu verändern. Dazu lest ihr bald mehr in einem weiteren  Blogbeitrag.

Die folgenden Schritte bin ich bisher in verschiedenen Räumen oder Bereichen immer wieder gegangen:

  1. Bestandsaufnahme:
    Was habe ich alles? Was brauche ich davon wirklich und was macht mich glücklich? Was kann weg? 
  2. .Reduzieren / Aufbrauchen / Upcyclen
    Alles, was mich glücklich macht, durfte und darf bleiben. Einige Dinge wurden aufgebraucht bzw. werden immer noch aufgebraucht. Gerade im Bad bei der Kosmetik kann dies natürlich etwas länger dauern…. Aber das kennt ihr bestimmt von euch selbst. Alles, was mich nicht glücklich gemacht hat, durfte gehen. Diese Dinge habe ich dann teilweise verschenkt oder gespendet. Andere Dinge wiederum habe ich einfach umfunktioniert oder aufgewertet.
  3. Bewusster konsumieren
    Wenn ich mir mittlerweile etwas neu kaufe, denke ich viel häufiger vorher bewusst darüber nach, ob ich das wirklich brauche. Außerdem recherchiere ich, wo und unter welchen Bedingungen das Produkt hergestellt wird. Ich versuche deshalb, neue Dinge meistens fair zu kaufen. Aber auch gebrauchte Sachen finden nun viel häufiger Platz in meinem Leben, denn so kauft man natürlich sehr ressourcenfreundlich ein.

Selbstverständlich bin ich noch weit von Zero Waste oder einem 100 % grünen Lebensstil entfernt. Hier soll es aber auch gar nicht darum gehen, diesen Weg perfekt zu gehen. Stattdessen möchte ich meinen Weg authentisch und echt begleiten. Ich will noch so viel lernen und verändern und euch dabei mitnehmen!

6 Comments
  • Lena

    2. Januar 2020at22:41 Antworten

    Bin sehr stolz auf dich!
    So viele Glücksmomente auf einer Seite 😍. Mach weiter so 😘.

    • Alina

      2. Januar 2020at22:45 Antworten

      Danke Leni! <3

  • jule

    2. Januar 2020at22:59 Antworten

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem Blog liebe Alina! Ich freu mich, dich bei deinem Weg Richtung Nachhaltigkeit zu begleiten und mehr über deine Glücksmomente zu lesen!
    Weiter so! ☺️

    • Alina

      3. Januar 2020at10:17 Antworten

      Danke Jule 🙂

  • Sina Eichelhardt

    18. Juni 2020at18:06 Antworten

    Wirklich toll geschrieben! Wird davon direkt einiges umsetzen!

    • Alina

      18. Juni 2020at18:30 Antworten

      Vielen Dank Sina!
      Das freut mich zu hören. 😊

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